Erste Hilfe am Tier
Die folgende Seite gibt ein kleinen Überblick für einen eventuell eintretenden Tiernotfall.
Diese Informationen können und
dürfen keinesfalls die Konsultation eines Tierrettungsdienstes, die Diagnose
durch
einen Tierarzt und die Behandlung ersetzen. Wir bieten bald Kurse in erste Hilfe
am Hund an, fragen Sie uns einfach.
Erstversorgung am Beispiel eines Hundes
Findest Du ein bewusstlos / tot scheinendes Tier, beobachte zuerst den
Brustkorb auf Atembewegungen. Dann taste
mit einer Hand das Herz und hebe mit der anderen eine Leftze an. Beurteile, was
Du fühlst und siehst und prüfe
gegebenenfalls die kapillare Füllungszeit. So kannst Du Dir in einer Minute
einen Überblick über den Zustand des
Tieres verschaffen und ggf. helfende Maßnahmen einleiten.
Die lebenserhaltenden Maßnahmen
sind wichtiger als die Versorgung
offensichtlicher Wunden mit Ausnahme einer hochgradigen Blutung!
| Einen Hund
beatmen
Beim Sterben setzt zuerst die Atmung, dann der Herzschlag aus. Wenn wir Atembewegungen sehen, muss also das Herz schlagen, auch wenn wir den Puls / Herzschlag nicht finden. Finden wir nur den Herzschlag und können keine Atembewegung feststellen, muss der Hund beatmet werden. Dazu zieht man die Zunge leicht vor und klemmt sie zwischen die Schneidezähne. Das Maul wird mit Hilfe der Lefzen luftdicht verschlossen und, je nach Größe des Hundes mit 1-2 Händen umfasst. Mit dem Mund umfasst man die Nase beatmet den Hund. Dabei muss der Kopf leicht nach vorne gestreckt werden, um die Atemwege möglichst frei zu halten. Man sitzt dabei vor dem Hund und kann so beim beatmen die Brustwandbewegung beobachten. Zusammen mit dem Beatmungsdruck gibt diese Bewegung Auskunft über ein angemessenes Atemvolumen. Die Atemfrequenz sollt, je nach Größe des Tieres zwischen 10-20 Atemzügen pro Minute liegen. Grössere Tiere haben eine niedrigere Frequenz. Den Erfolg unserer Bemühungen können wir schnell an der sich vom lila-blau (cyanotisch) nach rosa verfärbenden unpigmentierten Mundschleimhaut sehen. Zwischendrin sollten wir, unter Beobachtung der Schleimhautfarbe, immer wieder eine Pause machen, die Herzfunktion überprüfen und beobachten, ob der Hund evt. wieder selbständig atmet. Wesentlich schlechter sind unsere Chancen, wenn wir bei unserem Patienten weder Atem- noch Herzbewegungen finden können. Durch Druck auf die unpigmentierte Mundschleimhaut können wir die Blutversorgung der äußeren Körperregionen feststellen. Bei dieser Probe leeren wir durch Druck auf die Schleimhaut die feinen Blutgefässe. Bei gutem Kreislaufzustand füllen diese sich in weniger als einer Sekunde (kapillare Füllungszeit) wieder mit Blut und der weiße Fleck wird rosa. Dauert es länger als 2 Sekunden, wissen wir, dass sich das Tier in einem sehr schlechten Kreislaufzustand befindet und dringend Hilfe braucht. |
Herzmassage
Scheint ein Herzkreislaufstillstand gerade erst eingetreten zu sein, können wir eine Reanimation durch Herzmassage und Beatmung versuchen. Zur Herzmassage liegt der Hund auf der rechten Seite. Die Vordergliedmasse wird etwas gebeugt und nach hinten geschoben. Durch Druck auf den Ellbogen kann nun Druck auf das Herz ausgeübt werden. Der Druck sollte nicht mit roher Gewalt, aber kurz und kräftig durchgeführt werden. Die Hand bleibt dabei auf dem Hund liegen und wird nicht abgehoben. Mit der linken, flachen Hand drücken wir auf den Bauch, unterhalb der Wirbelsäule. Hier verläuft die große hintere Hohlvene (V. cava caudalis), welche Blut zum Herzen zurückführt. Der Druck auf die Vene sollte immer abwechselnd zur Herzmassage stattfinden. Anders als beim Menschen, gibt es keinen festen Rhythmus, in welchem sich Herzmassage und Beatmung abwechseln sollen. Man sollte aber immer 1-2 Atemzüge beatmen und dann mit der Herzmassage beginnen, da sonst das aus der Lunge transportierte Blut keinen Sauerstoff transportieren kann. Selbst mit Hilfe von Medikamenten und moderner Technik ist die Prognose bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sehr schlecht, trotzdem sollte man nicht vergessen, hin und wieder zu prüfen, ob das Herz selbsttätig schlägt... |
In naher Zukunft bieten wir Ihnen an, einen
Erste-Hilfe-Kurs für Ihren Hund bzw. Ihrer Katze bei uns zu absolvieren.
Dort erfahren Sie die wichtigsten Regeln und Maßnahmen die getroffen werden
sollten wenn ein Notfall auftritt.
Bei Interesse melden Sie sich
unter folgender Nummer: 02164 - 950991 oder per Fax : 02164 - 9508809
[zurück]